Über die Denkmalsetzung

Die Idee zur Denkmalsetzung kam bei einem gemeinsamen Spaziergang in der Grazer Burg, wo an einer Stelle, mehrere Büsten berühmter, bereits verstorbener Männer aufgereiht waren und dann noch ein Platz für eine weitere Büste frei war. Da keine einzige Frau in der Grazer Burg mit einer Büste gewürdigt wurde war klar, da fehlt ein Denkmal für Frauen. Ein Denkmal alleine ist aber zu wenig, um das Gleichgewicht wieder herzustellen. Und warum immer nur "berühmten Menschen" die es in der herrschenden Hierarchie mehr oder weniger an die Spitze geschafft haben, ein Denkmal setzen? Warum nicht ein mobiles Denkmal mit dem auch den einfach Menschen schon zu Lebzeiten vor Ort - genau dort wo diese wohnen und leben - ein Denkmal setzen?

Die Ausführung dazu ist denkbar einfach: Als Sockel für die "Büste" dient ein dreiteiliger Paravent, der in Golde- oder Marmoroptik gestrichen, dem Sockel eines Denkmals ähnlich scheinen soll. Die Höhe dieses Sockels beträgt in etwa 1,50 Meter. An der oberen Seite ist ein halbkreisförmiger Auslass ausgeschnitten - fertig ist das Grundgerüst für das Denkmal.

Die Aktionskünstlerin Betty Baloo hat sich - natürlich bereits an verschiedenen anderen Orten der Erde - als "Büste" damit fotografieren lassen. Gerne gibt sie nun auch Passanten, die von sich auch gerne ein Denkmal hätten, ebenfalls dazu Gelegenheit.

Aufgrund der Einfachheit der Installation ist der Auf- und Abbau einfach und handlich und der benötigte Gesamtraum muss nicht größer als 2 m² sein. Die Mitwirkenden können sich das Gesicht auf Bronze, Silber oder Gold schminken lassen, stecken dann den Hals in die Ausnehmung und fertig ist das Denkmal. Dokumentiert wird alles mit einer Sofortbildkamera. Das Fotodokument darf zur Erinnerung mitgenommen werden.

Wer will kann, in einen dafür vorgesehenen Bilderrahmen der am Sockel fixiert ist, auch eine Inschrift leisten, der Phantasie der Inschriften sind dabei keine Grenzen gesetzt! Es ist immer wieder erstaunlich, wenn Menschen auf die Schnell nichts großartiges, das ihr Leben ausmacht, einzufallen scheint, wo doch auch die kleinen Dinge im Leben großartig sind und jeder Mensch seine ganz speziellen Fähigkeiten hat.

An dieser Aktion können Menschen aller Altersgruppen teilnehmen. Für diejenigen, die noch nicht so eine riesenhafte Gestalt haben, weil sie zu jung dafür sind, kann ein Haushaltstreppchen bereit gehalten werden.

Wir freuen uns, wenn unsere Idee auch Euch ein Lächeln ins Gesicht zaubert und Ihr findet, dass sie Euer Leben aufwertet.

Karin Rausch und Martin Mair